![]()
Das
Home Health Care
Classification System (HHCC)
von
Dr. Virginia K. Saba,
EdD, RN, FAAN, FACMI,
Leiterin des HHCC-Projektes
![]()
Übersetzung:
Dipl. Pflegewissenschaftler (FH)
Karl-Heinz
Grimm
Inhalt:
Einleitung
Die Entwicklungsgeschichte des HHCC-Systems
Die 20 Pflegekomponenten
Pflegediagnosen und Ziele
Pflegeinterventionen und Handlungstypen
Die Struktur des HHCC-Systems
Erhebungsbögen und Formulare
Literatur
Anhang:
20 Pflegekomponenten
145 Pflegediagnosen
160 Pflegeinterventionen
![]()
„Nehmen Sie nur die Frage: Was ist Sprache? In dem Moment in dem
man diese Frage stellt, wird Sprache erzeugt. Sprache lässt sich nicht
ontologisch und mit dem Hinweis auf irgendein merkwürdiges Organ, von dessen
Existenz der Linguist Noam Chomsky ausgeht, erklären, sondern nur
ontogenetisch. Sprache ist nicht, sie geschieht“
(Heinz von Foerster)
Sprache
konstruiert Wirklichkeiten und sie stellt die Grenzen unserer Welt dar. Was für
den allgemeinen Umgang mit diesem Medium gilt, kann auch auf den Bereich der
Fachsprache einer Scientific Community bezogen werden. Eine berufliche
Tätigkeit, wie die der Pflege, die für sich das Attribut „professionell“ in
Anspruch nimmt, muss ihr Denken und Handeln auf der Basis von wissenschaftlich gesichertem
Regelwissen und Berufserfahrungswissen gründen. Um aber derartige
Wissensstrukturen mittels Pflegeforschung generieren zu können, bedarf es eines
einheitlichen Sprach-Codes, der die wahrgenommenen Phänomene und Situationen
sowohl für die Mitglieder des Systems Pflege, als auch für Außenstehende
kommunizierbar macht.
Das
Home Health Care Classification (HHCC) System besteht aus einer
Assessment-Methode und zwei Terminologien, welche die Anforderungen an eine
Fachsprache für den Bereich der ambulanten Pflege erfüllen. Das System zeichnet
sich zudem durch seine Anschlussfähigkeit an andere Terminologien (u.a.
medizinische Terminologien) aus.
Das
Home Health Care Classification System (HHCC) liefert einen neuen Rahmen und
die dazugehörigen Strukturen, um die von der Pflege geleistete ambulante
Versorgung zu dokumentieren und zu klassifizieren. Dieses System besteht aus
zwei miteinander verbundenen Terminologien: die HHCC-Pflegediagnosen und die
HHCC-Pflegeinterventionen. Diese beiden Vokabulare benutzen einen Rahmen
bestehend aus 20 Care Components (Pflegekomponenten), welche die
Funktionalitäts-Aspekte, die Aspekte des
Gesundheitsverhaltens, die physiologischen Aspekte und die
psychologischen Aspekte der Patientenversorgung repräsentieren.
Die
20 Pflegekomponenten dienen ebenfalls als einheitlicher Rahmen zwecks
Abstimmung der beiden Vokabulare aufeinander bzw. zu anderen medizinischen
Klassifikationssystemen. Das HHCC-System entstand aus einer, von der
amerikanischen Regierung finanzierten, empirischen Studie.
Die
HHCC-Pflegediagnosen und die HHCC-Pflegeinterventionen sind formal anerkannt
durch die American Nurses Association (ANA) als eine Pflegeterminologie, die
bedeutsam für die Pflegepraxis ist und deren
Gebrauch in Systemen, wie dem der Computer-based Patient Record Systems
(CPRS’s)[1],
empfohlen wird. Beide Vokabulare wurden in die National Library of Medicine
integriert und können auf deren Web-Site eingesehen werden. Desweiteren wurden
die Begriffe in das System CINAHL aufgenommen. Außerdem finden die Vokabulare
ihre Aufhebung in dem europäischen ICN-P Projekt. Das Klassifikationssystem ist
der Öffentlichkeit über diese Web-Site zugänglich; jedoch erfordert der
Gebrauch des Home Health Care Classification Systems eine schriftliche
Genehmigung durch Frau Dr. Virginia K. Saba.
![]()
Die Entwicklungsgeschichte
des HHCC-Systems
Die Methode und das Klassifikationssystem entstanden aus einer empirischen Studie, die von einem Team der Georgetown University School of Nursing unter der Leitung von Frau Dr. Saba im Jahre 1991 beendet wurde.
An
dieser Untersuchung nahmen 646 ambulante Pflegedienste aus allen Teilen der
USA, einschließlich Puerto Rico und des Distrikts Kolumbia teil, die im Rahmen
eines Zufallsverfahrens unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Personalstärke,
der Art der Trägerschaft sowie der geographischen Lage ausgewählt wurden. Jede
dieser Einrichtungen steuerte zwischen 5 und 50 Fälle bei, so dass in einem
retrospektiven Verfahren 8961 abgeschlossene Patientenversorgungen untersucht
wurden. Dabei umfasste jeder Fall den Zeitraum zwischen erstem und letztem
Besuch durch eine Pflegekraft.
Das
Ziel der Studie bestand darin, eine Methode und ein Klassifikationssystem zu
entwickeln, welche in der Lage sind, die in der ambulanten Versorgung
erbrachten Dienstleistungen zu erfassen, zu kodieren, zu klassifizieren und zu
dokumentieren, um die in diesem Bereich entstehenden Aufwendungen (Kosten,
Personal, Art der Qualifikation etc.) voraussagbar und damit berechenbar zu
machen. Dies war eine Reaktion auf Strukturen im amerikanischen
Gesundheitswesen, die aufgrund der Einführung eines neuen Finanzierungssystems
(DRG’s) und der damit verbundenen verkürzten Liegezeiten in Krankenhäusern dazu
führten, dass Patienten/-innen „sicker and quicker“ aus der stationären
Behandlung entlassen wurden. Dadurch erhöhten sich sowohl die Nachfrage, als
auch die Kosten im Bereich der ambulanten Versorgung.
Als
Teil der Datenerhebung wurden zwei offene Fragestellungen erarbeitet, um die während
der jeweiligen ambulanten Versorgung gestellten Pflegediagnosen und erbrachten
Pflegeinterventionen zu erfassen. Diese beiden Fragen führten zur Erhebung der
bis dato (1991) umfangreichsten Datenmenge in diesem therapeutischen Feld.
Die
erste Fragestellung erfasste dabei alle Pflegediagnosen bzw. Patientenprobleme,
die als Primärindikation für die Notwendigkeit der ambulante Pflege
eingeschätzt wurden. Im Rahmen dessen wurden auch die Pflegediagnosen
dokumentiert, die am Ende einer Versorgung gestellt wurden. Sie galten als
Gradmesser im Rahmen der Evaluation der geleisteten Pflege.
Mit
der zweiten Fragestellung erfasste man alle Pflegeinterventionen, wichtigen
Behandlungen und Aktivitäten, die während der ambulanten Versorgung erbracht
wurden.
Um
eine Kodierung und Klassifizierung der erhobenen Daten vornehmen zu können,
mussten zwei Computer-Programme entwickelt werden, mittels derer zunächst die
Aussagen zu den ersten 1000 Patienten/-innen
erfasst werden konnten. Die Daten bezüglich der Pflegediagnosen und der
Pflegeinterventionen wurden in einer Datenbank gespeichert, um die Entwicklung
von einheitlichen Begriffen zu ermöglichen. Anhand von austauschbaren
Schlüsselwörtern wurde eine Kategorisierung vorgenommen, so dass ähnliche
Begriffe in Gruppen zusammengefasst werden konnten.
Beispiele:
Die
Pflegediagnosen „Veränderung des Wohlbefindens“ und „Veränderung der Schmerzen“
wurden zusammengefasst als „Veränderung des Wohlbefindens aufgrund von
Schmerzen“ und als Subkategorie eingestuft.
Die
beiden Pflegeinterventionen „Informationsgabe bez. Wundheilung“ und „Anleitung
zur Wundpflege“ wurden auf zwei verschieden Arten zusammengefasst:
„Informationsgabe“
und „Anleitung“ wurden synonym verwendet und „Wundheilung“ und „Wundpflege“
wurden zu „Wundpflege“ zusammengefasst.
Auf
diese Art und Weise wurden Hunderte solcher Arten von Schlüsselwörtern
analysiert. Dabei wurden Pflegediagnosen und Pflegeinterventionen nicht nur
getrennt eingruppiert, sondern auch anhand der jeweiligen Patientenakte
aufeinander abgestimmt. Durch diese entwickelten und erprobten Programme, waren
die Untersucher in der Lage, die erhobenen Aussagen bez. der beiden
Fragestellungen zu kodifizieren und klassifizieren.
Die
beiden daraus entstandenen Terminologien, die HHCC-Pflegediagnosen und die
HHCC-Pflegeinterventionen, wurden empirisch, auf der Basis klinischer
Beurteilungen, entwickelt und als
statistisch bedeutsam eingestuft. Beide Vokabulare werden wiederum durch die 20
Pflegekomponenten, die den konzeptuellen Rahmen liefern, klassifiziert. Dies
ermöglicht die Einschätzung, Nachvollziehbarkeit und Evaluation der häuslichen
Pflege.
20 Pflegekomponenten wurden als konzeptueller Rahmen zur Klassifizierung der HHCC-Pflegediagnosen (145) und der HHCC-Pflegeinterventionen (160) genutzt. Diese beiden Terminologien benötigten zudem eine Kodierungsstruktur, um die EDV-Erfassung und statistische Analysen zu vereinfachen.
|
20
Pflegekomponenten |
|||
|
A |
Körperaktivitäten |
K |
Physische Regulation |
|
B |
Darmausscheidung |
L |
Atmung |
|
C |
Herz-/Kreislaufsystem |
M |
Rollen u.
Beziehungen |
|
D |
Kognition |
N |
Körperlich/geistig/ seelische
Sicherheit |
|
E |
Verarbeitungsprozesse |
O |
Selbstpflege |
|
F |
Flüssigkeitshaushalt |
P |
Selbstbild |
|
G |
Gesundheitsverhalten |
Q |
Wahrnehmung |
|
H |
Medikamente |
R |
Hautintegrität |
|
I |
Stoffwechsel |
S |
Gewebeperfusion |
|
J |
Nahrung |
T |
Harnausscheidung |
Eine
Pflegekomponente wird definiert als eine Gruppe von Elementen, welche bestimmte
Bereiche der klinischen Pflegepraxis repräsentiert. Dabei werden folgende
Bereiche berücksichtigt:
Funktionalität,
Gesundheitsverhalten,
Physiologischer Bereich,
Psychologischer Bereich.
Die
20 Pflegekomponenten liefern einen konzeptuellen Rahmen zur Klassifizierung der
beiden, sich ergänzenden Terminologien: der HHCC-Pflegediagnosen und der
HHCC-Pflegeinterventionen. Die Komponenten wurden im Rahmen der Studie dazu
genutzt, die geleistete Pflege zu klassifizieren, um eine Einschätzung,
Verarbeitung und Analyse der gewonnen Daten zu ermöglichen. Sie liefern den
konzeptuellen Rahmen zur Dokumentation der sechs Schritte des Pflegeprozesses:
Einschätzung/Datenerhebung,
Diagnose (medizinisch und/oder pflegerisch),
Pflegeziel (erwartetes Ergebnis),
Planung (Pflegeinterventionen),
Implementation/Durchführung (Handlungstypen),
Evaluation (tatsächliches Ergebnis).
Die
Pflegekomponenten werden angewendet, um die einzelnen Schritte des ambulanten
Versorgungsprozesses miteinander zu verbinden und somit die geleistete Pflege
nachvollziehbar zu machen. Dies bedeutet eine Erleichterung der
EDV-Verarbeitung der Daten sowie im Bereich statistischer Analysen.
Man
stellte fest, dass die 20 Pflegekomponenten die klinisch relevantesten Einheiten
zur Einschätzung ambulanter Pflege sind, die beste Voraussagbarkeit bezogen auf
entstehende Kosten liefern und den passendsten konzeptuellen Rahmen zur
Klassifizierung der HHCC-Pflegediagnosen und HHCC-Pflegeinterventionen
darstellen.
Die
beiden HHCC-Terminologien: die HHCC-Pflegediagnosen und die
HHCC-Pflegeinterventionen benötigten einen Rahmen zur Klassifizierung. Der aus
20 Pflegekomponenten bestehende Rahmen wurde in einem empirischen Verfahren aus
den Studiendaten entwickelt, die annähernd 40000 pflegediagnostische Aussagen
sowie ca. 80000 Aussagen bez. Pflegeinterventionen enthielten. Die 20
Pflegekomponenten wurden auch in die o.g. klinischen Bereiche der ambulanten
Pflege einkategorisiert (Funktionalität, Gesundheitsverhalten, Physiologischer
Bereich, Psychologischer Bereich; siehe auch Anhang 2).
Die
statistischen Analysen der 145 Pflegediagnosen ergab, dass zunächst nicht
nachgewiesen werden konnte, ob die geleisteten Pflegeinterventionen die
vereinbarten Pflegeziele erreichten. Sie waren zu allgemein formuliert, standen
nicht zu den Interventionen in Beziehung und erfassten nicht das
Charakteristische der ambulanten Versorgung. So wurden die Pflegediagnosen
erneut empirisch klassifiziert. Das gleiche Verfahren wurde auch auf die
Pflegeinterventionen angewandt, so dass unter Zuhilfenahme der Pflegkomponenten
eine Verbindung
zwischen
Diagnosen und Interventionen hergestellt wurde und die Wahrscheinlichkeit der
Zielerreichung erhöht wurde. Zudem konnte mittels der Pflegekomponenten eine
höhere Nachvollziehbarkeit des Pflegeprozesses erzielt werden, welcher somit
auch zu anderen Klassifikationen in Beziehung gesetzt werden kann.
Die HHCC-Pflegediagnosen bestehen aus 145 pflegediagnostischen Kategorien. Sie werden durch drei sog. „Erwartete Ergebnisse“ bzw. Pflegeziele modifiziert. Die Pflegediagnosen finden sich im Anhang.
Alle
Pflegediagnosen bzw. Patientenprobleme wurden für den gesamten Zeitraum der
ambulanten Versorgung jedes Studienpatienten erfasst. Insgesamt 40361
Pflegediagnosen und/oder Patientenprobleme wurden als Auslöser für pflegerische
Interventionen identifiziert, inklusive des tatsächlichen Ergebnisses der
Dienstleistungen bei Beendigung der Versorgung.
Bei
Pflegediagnosen handelt es sich, gemäss der Definition der NANDA aus dem Jahre
1990, um „eine klinische Beurteilung der Reaktionen von Individuen, Familien
oder Gemeinden auf aktuelle oder potentielle Gesundheitsprobleme/Lebensprozesse.
Pflegediagnosen liefern die Grundlage für die Auswahl von Pflegeinterventionen,
die der Erreichung von Pflegezielen dienen, für die die Pflegekraft
verantwortlich ist“. Es handelt sich demnach um Begriffe/Konzepte, die dazu
genutzt werden können, um aktuelle oder potentielle Gesundheitsprobleme von
Patienten/innen zu beschreiben und damit Pflegephänomene kommunizierbar zu
machen. Sie geben somit in einer einheitlichen Art und Weise eine Vorstellung
von der „Landkarte Pflegepraxis“ und konstruieren eine Pflegewirklichkeit, in
der Diagnosen die Wegweiser für bestimmte, zu beschreitende Pfade in der
Patientenversorgung sind.
Die
pflegediagnostischen Aussagen der ambulanten Pflege wurden auf der Basis der
überarbeiteten Taxonomie 1 der NANDA-Pflegediagnosen entwickelt. Die Liste der
für die klinische Praxis anerkannten 104 NANDA Pflegediagnosen wurde angepasst,
überarbeitet und erweitert, um zusätzliche, für die ambulante Pflege typische
pflegediagnostische Bedingungen einzuschließen, welche als neue diagnostische
Kategorien erachtet wurden. Die endgültige Fassung der HHCC-Pflegediagnosen
besteht aus 145 Diagnosen: Davon gelten 50 als pflegediagnostische
Hauptkategorien und die restlichen 95 als Subkategorien.
Die
pflegediagnostischen Aussagen des HHCC-Systems erfassten ebenfalls die
tatsächlichen Pflegeergebnisse bezogen auf jede einzelne Pflegediagnose. Eine
Ergebnis-Maßeinheit wurde als Ziel ambulanter Pflegemaßnahmen entwickelt und
daher als weiterer Bestandteil von Pflegediagnosen gewertet. Folglich wurde es
beim Eintritt in die häusliche Pflege als Ziel formuliert, welches bei deren
Beendigung durch die Überprüfung des Patientenzustandes nach der pflegerischen
Intervention evaluiert wurde und somit als Gradmesser für die geleistete
ambulante Pflege gilt. Drei sog.
„Modifier“ wurden als Pflegeergebniskategorien (erwartete und tatsächliche
Pflegeergebnisse) entwickelt:
Besserung:
Der Zustand des Patienten bessert sich bzw. hat sich gebessert.
Stabilisierung:
Der Zustand des Patienten stabilisiert sich bzw. hat sich stabilisiert und benötigt keine weitere pflegerische Versorgung.
Verschlechterung:
Der Zustand des Patienten wird sich verschlechtern bzw. hat sich verschlechtert.
Ordnet
man jeder Pflegediagnose alle drei der genannten „Modifier“ zu, so erhält man
eine Gesamtzahl von 430 Diagnosen.
Die HHCC-Pflegeinterventionen bestehen aus insgesamt 160 Interventionen. Sie werden durch vier verschiedene Handlungstypen modifiziert. Die übersetzten Pflegeinterventionen finden sich im Anhang.
Sämtliche
Pflegeinterventionen wurden für die gesamte Dauer einer ambulanten
pflegerischen Versorgung erfasst. Sie beinhalten nicht nur die 28 „HCFA Skilled
Treatment Codes“, sondern auch insgesamt 80283 in Interview-Aussagen erfasste
pflegerische Leistungen, welche während der häuslichen Pflege erbracht wurden.
Eine
Pflegeintervention wird definiert als einzelne Pflegehandlung (Behandlung,
Aktivität, Verfahrensweise), welche entwickelt wurde, um ein bestimmtes
Ergebnis im Hinblick auf eine gestellte Diagnose – medizinisch oder pflegerisch
– zu erzielen, für welches die Pflegekraft verantwortlich ist. Leistungen am
Patienten werden initiiert durch die Anordnungen des behandelnden Arztes und
überprüft durch die aufnehmende Pflegekraft. Als Teil des Erstgespräches bzw.
der Ersteinschätzung erstellt die hauptverantwortliche Pflegekraft pflegerische
Anordnungen auf der Basis der gestellten Pflegediagnosen, inkl. der
Pflegeziele/erwarteten Pflegeergebnisse. Zusammen bilden sie einen Pflegeplan,
welcher die Pflegeinterventionen einschließt.
Die
Aussagen zu den HHCC-Pflegeinterventionen wurden auf der Basis des für die
Studie einheitlich entwickelten Schemas kodiert. Diese Aussagen schlossen sich
nicht immer gegenseitig aus. Viele von ihnen wurden als präzisere Beschreibung
einer bereits bestehenden Kategorie entwickelt, wie beispielsweise „Verbandswechsel“
eine spezifischere Aktivität als „Wundpflege“ beschreibt. Auf der Basis
klinischer Erfahrung wurden Hauptkategorien erstellt, die mehrere Handlungen
mit verschiedenen Zielsetzungen umfassen, welche in Subkategorien aufgeteilt
wurden. So stellt beispielsweise der Verbandswechsel eine einzelne
Pflegehandlung innerhalb der Wundpflege dar. Das daraus resultierende Schema
der Pflegeinterventionen besteht aus 160 Interventionen (60 Hauptkategorien und
100 Subkategorien).
Die
in den Fragebögen erfassten Aussagen identifizierten ebenfalls den jeweiligen
Handlungstypen der Pflegeinterventionen. Es wurde festgestellt, dass im
Hinblick auf die Aussagen, welche sich auf Pflegeleistungen bezogen, zwei
Aspekte zu berücksichtigen waren – die Leistung als solche und ein
Handlungstyp, der die jeweilige Pflegeinterventionsart näher bestimmte. Im
Rahmen des Testens und Untersuchens der erhobenen Daten wurden vier
Handlungstypen immer wieder identifiziert:
a)
Einschätzung/Datenerhebung
b)
Direkte
Pflege
c)
Unterweisen/Anleiten/Beraten
d)
Koordinieren/Managen
Eine
Strategie wurde entwickelt, welche verschiedene Kodierungen benutzte, um die
vier Handlungstypen darzustellen. Dadurch wurde nicht nur die ursprüngliche
Zahl der Interventionen reduziert, sondern auch der Kodierungsprozess
vereinfacht. Das Pflegeinterventions-Schema wurde daraufhin überarbeitet, um
die vier Handlungstypen zu integrieren. Sie gelten ebenfalls als sog.
„Modifier“ und werden wie folgt kodiert: